Saisonstart oder Einfach kann ja jeder….

von Max / am 09.04.2018 / in Allgemein
Antifouling

Schön blau, das neue Antifouling

So, da sind wir wieder. Am neuen Liegeplatz in der Flevo Marina Lelystad. Aber der Reihe nach. Zuerst musste das Schiff ja auf die neue Saison vorbereitet werden. Dafür hatten wir uns drei Wochenenden so um Ende Februar bis Ende März ausgeguckt. Am 31.3. sollte es dann ins Wasser gehen. Leider, leider machte das Wetter gar nicht was es sollte, bei Temperaturen < 0° C Antifouling zu streichen ist einfach nicht möglich. Zu mindestens nicht wenn das Schiff im Freien steht. So blieb uns am Ende genau ein Wochenende für alles. Das war viel Arbeit in einem kleinen Zeitraum. Erstmal hieß es den Rumpf mit Reiniger zu säubern. Da hat sich Anett tapfer durchgekämpft, während ich noch das Elektrochaos am Navitisch geordnet habe. Danach wurde in einer konzertierten Aktion der Rumpf fürs neue Antifouling vorbereitet. Ich vornweg mit dem Schleifblock und Nassschleifpapier das alte Antifouling angeschliffen, Anett hinterher, mit Wasser abwaschen, trocknen und anschließend mit Universalverdünnung entfetten. Danach kommt dann das Antifouling drauf. Zwei Schichten. Man glaubt gar nicht, wie groß so ein 10m Boot werden kann. Da es immer noch recht kalt war, musste ich das Antifouling noch per Heizlüfter auf Temperatur bringen. Das Streichen des Antifoulings hat dann im Prinzip das komplette Wochenende eingenommen, noch bisschen im Boot aufgeräumt, einige der Fallen eingezogen und sonstigen Kleinkram. Am Sonntag Abend sind wir dann völlig platt nach Hause gefahren.

 

Am nächsten Wochenende, dem Osterwochenende sollte es dann soweit sein, Einwassern  und Verlegung nach Lelystad. Das angesagte Wetter verhieß nichts gutes. Es war Winter angekündigt, oder Frühling. Keiner wusste was genaues, zwischen Schneeschauern bei -2° bis Sonne und 15° war alles an Vorhersagen dabei. Egal , wir wollten das jetzt  durchziehen.

Auf dem Weg zum Kran

Auf dem Weg zum Kran

Am Karfreitag sah das Wetter gar nicht so übel aus, sonnig, so 12°. also die besten Voraussetzungen um das Boot Wasserklar zu bekommen. Da wir letztes jahr ja so übel mit der Dieselpest eingestiegen sind habe ich mir den Tank vorgenommen. Die extrem gut gesicherte(24 8 Schrauben auf 25x15cm)  Inspektionsluke geöffnet und schon mal einen Schreck gekriegt. Brauner Schmodder im Diesel in Mengen, ein großer Klumpen, der Ähnlichkeiten mit einen Kombucha Pilz hatte, weiß und gallertartig und diverse Brocken an undefinierbarem. Na Prima. Es hieß nun den Diesel abzupumpen und den Tank zu säubern. 35l waren noch drin. Zum Glück hatte ich einige 5l Scheibenwaschmittelbehälter dabei und der örtliche Mechanikus hat mir  noch einen 20l Kanister geliehen. So konnte ich den Diesel beim Chemische Afval entsorgen. Danach habe ich dann den Tank mit Aceton grundgereinigt. Jetzt sollte alles wieder clean sein. 20l Aral Ultimate, den ich vorsorglich dabei hatte, in den Tank, fertig.

 

Am Kran

Sieht schon gut aus, das Böötschen

Samstag, 10:00 an den Kran und rein ins Wasser. Das ging alles gut, bis zu dem Zeitpunkt an dem ich den Motor starten wollte. Der Anlasser machte einmal ‚Klick‘ und dass war es dann. Kein Strom mehr. Öhm, das war doof. Wir haben das Boot dann erstmal per Leine aus dem Kran gezogen und zum Liegeplatz gezogen.
Die anschliessende Fehlersuche ergab das das Pluskabel zum Motorpanel an der Vierfachsicherung wohl stark korrodiert war und beim Anlassen durch den auftretenden hohen Strom gesprengt wurde. Neuen Kabelschuh rancrimpen und wieder anschliessen, Zack,  Maschine läuft. Ungefähr 30 Minuten. Dann ging sie aus und blieb aus. Diese Fehlersuche gestaltete sich etwas schwieriger. Am Dieselfilter kam praktisch nur noch Luft an. Wenn man mittels Schlauch in die Dieselleitung geblasen hat, blubberte es im Tank, ergo , die Leitung war durchlässig und Diesel war drin. Wann man an der Leitung saugte kam auch bisschen Diesel. Nur am Filter, wenn man da pumpte, kam kaum Diesel.
Das Problem wurde, haben wir nach ungefähr einer Dreiviertelstunde herausgefunden, durch eine blöde Verkettung von Umständen verursacht. Niedriger Treibstoffstand im Tank + geöffnetes, eigentlich überflüssiges zweites Ablassventil.  Durch das Ventil wurde, wenn es über dem momentanen                  Dieselniveau im Tank lag, Luft angesaugt. Wenn das Ventil offen war. Normalerweise war es zu. Vermutlich hatte der Mechaniker, der uns damals mit der Dieselpest geholfen hatte, das Ventil geöffnet. Nach Schließen und erneutem Entlüften lief die Maschine, dauerhaft!

Segelfertig in Elburg

Fertig zur Abreise

Am Sonntag soll es los gehen. Morgens war es richtig kuschelig, 4°C und Nieselregen. Aber egal, wir müssen jetzt nach Lelystad. Den Hund hatten wir in der Nacht schon mal in eine Decke eingewickelt da im Boot irgendwann auch nur noch so 5°C waren und unsere spanische Madam ja kein Unterfell hat und deswegen eher mal friert.

gewärmter Hund

Armer Hund

Eigentlich wollten wir so gegen 10 los, aber das war wie immer ein schöner Plan, es wurde viertel vor 11. Der Motor sprang recht Problem los an, flink abgelegt und erstmal die erste Etappe Richtung Schleuse.

Kalt

Es ist einfach mal kalt, 4°C

Segeln

Unter (Vor) Segel, ich mal vorbildlich mit Weste

Die Schleuse war, wie zu erwarten ziemlich leer, noch ein anderes Boot war mit uns darin. Da ging das Schleusen schnell. Der Regen lies nach, es lockerte auf und zu guter Letzt zeigte sich sogar die Sonne. Man hätte sich richtig wohl fühlen können, wenn es nicht so arschkalt gewesen wäre. Auf dem Ketelmeer war dann leider totale Flaute, nix mit Segeln. Also weiter mit Vollgas Richtung Ketelbrücke. Da ja eine Fahrt mit unserem Boot ohne Probleme keine richtige Fahrt fing so 2 Meilen vor der Brücke der Drehzahlmesser an zu spinnen. Die Anzeige schwankte wie verrückt hin und her obwohl die Maschine hörbar gleichmäßig lief. Also rein ans Motorpanel und siehe da, die Ladeanzeige war auch total am spinnen. Versäumnisse rächen sich halt immer, ich hatte über all dem anderen Stress vergessen den Keilriemen zu checken. Der war jetzt am Durchrutschen, deswegen schwankte die Ladeanzeige und die Drehzahlanzeige. Jetzt konnten wir entweder die Machine stoppen, mit dem (geringen) Risiko, das sie nicht wieder anspringt oder weiter fahren und hoffen das der Riemen hält. Ich hab dann als erste Maßnahme die Drehzahl runter gesetzt und siehe da, alles war takko. Also sind wir etwas langsamer, ca 4,5kn, mir zu lockerem Keilriemen weitergefahren. An der Brücke hielt sich die Wartezeit auch in Grenzen und kaum waren wir auf dem Ijsselmeer frischte der Wind zu sagenhaften 7-9kn auf. Supi, Segel raus und mit einen schönen Amwindkurs Richtung Lelystad.

Lelystad

Unser neuer Platz in der Flevo Marina Lelystad, die Fenderanordnung ist noch optimierbar

Leider war der Spaß nach ca 50 Minuten vorbei. Der Wind schlief ein und den Rest der Fahrt hat der Diesel brav absolviert. Über das Anlegemanöver am neuen Liegeplatz möchte ich schweigen, zum Glück waren da nicht so viele Zuschauer.

In Zukunft wird jedenfalls nur noch rückwärts eingeparkt.

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Max

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